Breakout Session #1

Glücklich arbeiten bis ins Alter – Dänische Arbeitskultur als attraktives Zukunftsmodell?

Wie kann Arbeit so gestaltet werden, dass Menschen gesund, motiviert und mit Sinn bis ins Alter tätig bleiben? Diese Breakout Session richtet den Blick auf die dänische Arbeitskultur und bringt sie mit den Herausforderungen des österreichischen Arbeitsmarktes ins Gespräch.

Mikael Arendt Laursen gibt Einblick in dänische Ansätze wie „Arbeitslyst“ – also Arbeitsfreude, Motivation und gesundes Arbeiten –, in die wert­schätzende Einbindung älterer Arbeit­nehmer, in Fragen von Inklusion sowie in die Werte­haltung von Krifa im beruflichen Alltag. Im Dialog dazu beleuchtet Johannes Kopf die öster­reichische Perspektive, insbesondere mit Blick auf demo­grafischen Wandel, Fachkräfte­mangel und die Realität eines Arbeits­marktes, der vor tiefgreifenden Veränderungen steht.

Mikael Arendt Laursen

Mikael Arendt Laursen ist seit 2012 Generalsekretär von KLF Kirke & Medier, einer christlichen Interessenorganisation in Dänemark. Darüber hinaus ist er Mitglied des Hauptvorstands von Krifa (Kristelig Fagbevægelse, dt: Christliche Gewerkschaftsbewegung) und Vorsitzender des europäischen Vorstands der World Organisation of Workers. Privat ist Mikael Arendt Laursen mit Hanne verheiratet, gemeinsam haben sie zwei erwachsene Kinder. Kirchlich gehört er der evangelischen Volkskirche an und weiß sich darüber hinaus mit der Inneren Mission verbunden. Durch seine Arbeit bei KLF, Kirche & Medien hat er einen weiten Blick auf die gesamte kirchliche Landschaft Dänemarks.

Johannes Kopf

Johannes Kopf ist seit 2006 im Vorstand des Arbeitsmarkt­service Österreich (AMS), seit 2023 ist er Vorstands­vorsitzender. Von 2019 bis 2023 war er Vorsitzender des Netzwerks der europäischen öffentlichen Arbeits­verwaltungen (PES). Er ist unter anderem im Beirat des Wirtschafts­forschungs­instituts EcoAustria und Teil der Initiative mehrGRIPS, Verein für sach- und vernunft­orientierte Politik. In seiner Freizeit ist Johannes Kopf ein ausgezeichneter Fotograf und als „LabourMC“ ein renommierter DJ.

Breakout Session #2

„Enkeltauglich“ wirtschaften

Von Generationen­verträgen und Kreisläufen. Wie Familien­unter­nehmen Tradition stiften und durch Circular Economy die Zukunft gesichert wird

Wie bauen wir eine Wirtschaft, die morgen noch Bestand hat? Diese Breakout Session blickt tief in das Herz nachhaltiger Unternehmensführung und verbindet menschliches Erbe mit systemischer Innovation.

Teil 1: Zuerst der Mensch – Dynamik zwischen Tradition und Erneuerung
In der ersten Runde steht der Mensch im Mittelpunkt. Dabei wird insbesondere auf das generationsübergreifende Agieren eines namhaften familiengeführten österreichischen Unternehmens geblickt. Wir schauen hinter die Kulissen der Firma Blum, wo Martin Blum als dritte Generation die Brücke zwischen Herkunft und Zukunft schlägt. Wie meistert man den täglichen Spagat zwischen Familienwerten und Marktdruck? Wir sprechen offen über Rollenbilder, reale Konflikte und die Kunst, Generationen im täglichen Tun zu vereinen. Erfahren Sie, wie Sie in Ihrer Führungsarbeit Spannungsfelder auflösen und soziale Partnerschaft neu beleben können.

Teil 2: System und Ressource – Die Wirtschaft von morgen heute bauen
Danach wechseln wir die Perspektive auf radikale Kreislaufmodelle. Josef Scheidl teilt seine Visionen als Vordenker einer neuen Wirtschaft und zeigt, wie neu gedachte, reale Geschäftsmodelle heute schon funktionieren. Reinhard Backhausen bringt seine Expertise aus der Textilindustrie ein und erklärt, wie der „Cradle-to-Cradle“-Ansatz weltweit Unternehmen transformiert. Hier wird die Philosophie der Kreislaufwirtschaft greifbar und ihre wirtschaftliche, wie gesellschaftliche Kraft diskutiert.

Wir verzichten auf Frontalvorträge: Beide Panels werden im lebendigen Interviewstil moderiert. Bringen Sie Ihre Impulse, Fragen und Ihre Neugier zur Generationen-Zusammenarbeit und Circular Economy direkt in die Session ein. Lassen Sie uns gemeinsam Zukunft gestalten!

Martin Blum

Martin Blum ist Inhaber und Geschäftsführer der Julius Blum GmbH mit Sitz in Höchst (Vorarlberg). Er führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Cousin Philipp Blum. Das international erfolgreiche Familien­unternehmen zählt zu den führenden Herstellern von Möbel­beschlägen und steht weltweit für Innovationskraft, höchste Qualität und langfristig orientiertes Unternehmertum. Martin Blum repräsentiert gemeinsam mit Philipp Blum die dritte Generation des Unter­nehmens und prägt dessen strategische Ausrichtung mit einem klaren Fokus auf nachhaltiges Wachstum, technologische Weiter­entwicklung und starke internationale Marktpräsenz. Dabei verbindet er unter­nehmerische Kontinuität mit modernen Führungs­ansätzen und legt besonderen Wert auf Mitarbeitende als zentralen Erfolgsfaktor.
In öffentlichen Aussagen betont er die Bedeutung wettbewerbsfähiger Rahmen­bedingungen. Steigende Kosten, zunehmende Regulierung und Bürokratie sieht er als zentrale Risiken für den Standort. Wettbewerbs­fähigkeit, Planungs­sicherheit und unter­nehmerische Freiheit sind für ihn entscheidend, damit Unternehmen in Österreich investieren und wachsen können.

Reinhard Backhausen

Reinhard Backhausen ist ein Pionier der Kreislauf­wirtschaft. Schon 2007 hat er mit seiner damaligen Textil­produktions­firma „Backhausen interior textiles“ das Kreislauf­wirtschafts­system „cradle to cradle“ eingeführt. Auch als langjähriger Präsident der Österreichischen Textil-Bekleidungs-Schuh-Lederindustrie hat er sich für die Kreislaufwirtschaft engagiert. Heute ist er Vizepräsident der ältesten Unternehmer­vereinigung in Österreich, des Österreichischen Gewerbe­vereins (ÖGV, gegr. 1839), und betreibt gleichzeitig die Consultingfirma „Reinhard Backhausen textile & circular consulting“, mit der er inter­nationale und nationale Konzerne beim Thema Implementierung der Kreislauf­wirtschaft berät. Er ist davon überzeugt, dass die Kreislauf­wirtschaft DAS Wirtschaftssystem der Zukunft werden wird. Der Grund dafür: In Österreich und Europa wird es in Zukunft ein riesiges Problem mit Rohstoffen geben. Deshalb ist es wichtig, Rohstoffe nicht zu vernichten, sondern in Kreisläufen zu deren Erhalt zu führen. Außerdem muss eine Unabhängigkeit von USA und Asien geschaffen werden. Kreislauf­wirtschaft ist eine große Chance für positive Geschäfts­modelle und muss sowohl von Industrie als auch Handel in Kooperation JETZT umgesetzt werden.

Josef Scheidl

Josef Scheidl besitzt umfassende Erfahrung in allen Bereichen der Unternehmens­führung, insbesondere der strategischen Planung, der operativen Geschäfts­leitung und der Organisations- und Mitarbeiter­entwicklung. Er war 16 Jahre lang in mehreren leitenden Positionen für Procter & Gamble in Wien, der Schweiz, Cincinnati und Boston mit inter­nationalem Zuständigkeits­bereich tätig. Danach war er Geschäfts­führer bei der GoodMillsGroup Österreich, Finanz- und Vertriebs­vorstand bei der Let’s Print Holding AG sowie Business Development Director und Mitglied des Executive Board bei der in London ansässigen Walstead Group. Seit 2018 ist er Geschäftsführer beim Kreislauf­wirtschafts­unternehmen Brantner green solutions.

Breakout Session #3

Menschen – Bilder – Potenziale

Welches Bild habe ich von anderen? Welches Bild habe ich von mir? Welches Bild haben andere von mir? Menschenbilder prägen unser Miteinander und damit unseren Führungsstil. Sie sind vielfältig und die christlichen Menschenbilder sind nur einige unter vielen. Zugleich bergen gerade sie ein immenses Potenzial für Führung und Leitung in sich, von dem wir uns inspirieren lassen können, um das eigene Denken und Handeln zu reflektieren. Zutrauend, die Talente und Stärken eines jeden einbeziehend und die Schwächen sehend können christliche Menschenbilder uns bestärken oder helfen, uns neu auszurichten, um einen Führungsstil (weiter) zu etablieren, der bereichert und sorgt und uns komplexe Probleme von morgen gemeinsam lösen lässt.

Foto Volker Weihbold

Ines Weber

Ines Weber ist seit Oktober 2024 Professorin für Christliche Persönlichkeitsbildung an der Paris Lodron Universität Salzburg. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau studierte sie Theologie und Chemie für das Lehramt. Sie promovierte und habilitierte sich im Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und war von 2016 bis 2024 Professorin für Kirchengeschichte an der Katholischen Privat-Universität Linz. Dabei ist sie seit 2014 Leiterin des Drittmittelprojektes „gute gesellschaft. Persönlichkeitsbildung“ und ist seit Anfang der 2000er Jahre als Trainerin und Dozentin im Bereich der Persönlichkeitsbildung sowie in der Schul- und Hochschuldidaktik tätig. Sie ist Familienmutter, begeistert sich für den Radrennsport ihres Sohnes und liest gern Jugendromane. Reisen bereichern sie, weil sie unterwegs vielen verschiedenen Menschen in unterschiedlichen Kontexten begegnet. Als Theologin und praktizierende Christin ist sie davon überzeugt, dass die christliche Botschaft einen Impact hat, für den es sich zu engagieren lohnt.

Breakout Session #4

Algorithmen und Menschlichkeit: Ein Spannungsfeld

Wie Führungskräfte KI nutzen können, ohne Führung abzugeben

Künstliche Intelligenz verändert Führung radikaler, als viele zugeben wollen. Doch wer trägt die Verantwortung, wenn Algorithmen Entscheidungen prägen? Markus Schaffhauser stellt im Workshop unbequemen Fragen: Wie viel darf KI? Wie vermeiden wir Bias und Macht­ver­schiebungen? Was bedeutet KI für Unternehmen, den Standort und für die große Zahl an Arbeitskräften? Was bedeutet Leadership, wenn Maschinen Kontext schneller verstehen als wir? Der Workshop beleuchtet ethische Fallstricke, Chancen und Grenzfälle – von Entscheidungs­prozessen über Arbeitskultur bis hin zur Zukunft des Arbeitsplatzes. Eine Einladung, Führung neu zu denken: mutiger, reflektierter und menschlicher.

Markus Schaffhauser

Markus Schaffhauser ist Global Senior Vice President der Atos Gruppe und ausgewiesener Digitalisierungs-Experte. Davor war Schaffhauser CEO von Eviden Austria, Global COO für Cloud und Enterprise Software, Global CTO Business & Plattform Solution sowie Leiter der globalen Innovations­zentren bei Atos. Neben seinen Aufgaben bei Atos hat der studierte Betriebswirt zahlreiche ehrenamtliche Funktionen inne. Schaffhauser ist Vorstands­mitglied der Internetoffensive, Vorstand der österreichischen Data Intelligence Offensive (DIO) und Präsident von „fit4internet“, Vorstand der Industriellen­vereinigung Wien und engagiert sich in der universitäre Lehre.

Breakout Session #5

Diversitätssensibel und inklusiv führen

Wer auf eine zukunftsorientierte und menschen­zentrierte Organisations­praxis setzt, kommt nicht daran vorbei, sich mit Diversität in Identitäts­­prozessen, Teams und Unter­­nehmen zu beschäftigen. Denn beim Thema Diversität befassen wir uns mit historisch gewachsenen und gesellschaftlich konstruierten Unterschieds­­setzungen wie Geschlechts­identität, Hautfarbe, Alter, Ethnizität, (Dis)Ability, sexuellen Orientierungen, Religion und Weltanschauung. Damit verbunden sind Norm­­setzungen und Diskriminierungs­­praxen, aber auch Potenzial und Entwicklungs­möglichkeiten.

Im Workshop erhalten Sie

  • einen ersten Einblick ins Thema Diversität und Inklusion
  • die Möglichkeit, sich mit Kolleg*innen zu Diversitätsaspekten in Ihrer Führungsverantwortung auszutauschen
  • Impulse für die eigene diversitätssensible und inklusive Führungspraxis

Surur Abdul-Hussain

Surur Abdul-Hussain ist Unternehmens­beraterin, Supervisorin, Coach, und Organisations­entwicklerin (ÖVS), Erwachsenen­bildnerin, Erziehungs- und Bildungs­wissenschafterin mit den Schwerpunkten Gender, Diversity and Inclusion.
Lehrbeauftragungen an unterschiedlichen Universitäten für Gender Mainstreaming, Diversity Management, interne Organisations­kommunikation, Coaching und Supervision
Langjährige Trainings- und Beratungs­tätigkeit mit den verschiedensten Zielgruppen
Expertin für Gender, Diversity and Inclusion, Team­entwicklung und Kommunikation sowie Autorin diverser Publikationen dazu

www.abdul-hussain.at

Breakout Session #6

Zukunftsstreben statt Gewinnstreben – NGOs und Sozialwirtschaft

Zukunftsstreben statt Gewinnstreben: Gemein­nützige Organi­sationen wie die Diakonie stehen in einem Spannungsfeld zwischen einem christlichen Grundauftrag, steigenden Erwartungen, komplexen Misch­­finanzierungen und wachsenden Abhängig­keiten von öffent­lichen wie privaten Geldgebern. Wie kann unter diesen Bedingungen eine klare werte­basierte Ausrichtung bewahrt und zugleich unter­nehmerisch verantwortungs­voll gehandelt werden? Der Workshop beleuchtet Heraus­­forderungen und Gestaltungs­­spielräume sozialwirt­schaftlicher Organisationen und fragt nach einem Führungs­­verständnis, das Gegenwart verant­wortlich gestaltet und damit Zukunft für alle eröffnet – im Sinne eines sozial­­prophetischen Dienstes. Neben Impulsen aus der Praxis bietet die Session Raum für Reflexion und Erfahrungs­­austausch.

Astrid Körner

Astrid Körner, geboren in Wien, ist evangelische Theologin, Pfarrerin und Rektorin der Diakonie de La Tour mit Sitz in Klagenfurt. Sie studierte Bauingenieur­wesen und evangelische Theologie in Wien und Diakonie­management in Bielefeld. Nach einigen Jahren in der Baubranche, wo sie vor allem im Projekt­management und in der Projekt­entwicklung tätig war, wirkte sie zunächst als Instituts­assistentin an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Wien und später als Pfarrerin in Villach/Kärnten. Seit 2023 ist sie Vorstandsmitglied der Diakonie de La Tour, seit 2024 Rektorin und Vorstands­vorsitzende. Die Diakonie de La Tour ist mit 2.500 Mitarbeiter:innen und mehr als 100 Einrichtungen eine der größten Sozial-, Gesundheits- und Bildungs­organisationen im Süden Österreichs.

Wolfgang Ernst

Wolfgang Ernst ist evangelischer Pfarrer und Rektor der Diakonie Eine Welt in Wien. Der gebürtige Oberösterreicher entschied sich nach einer Ausbildung in Lebensmittel­technologie und Getreidewirtschaft für ein Studium der evangelischen Theologie in Wien, Basel und Toronto. Seine im Neuen Testament angesiedelte Dissertation, gefördert durch ein DOC-Stipendium der Akademie der Wissenschaften, schloss er 2018 ab. Seit 2012 ist er geistlicher Amtsträger und wirkte in Wien sowie in Linz. Dort war er Gemeinde­pfarrer an der Martin-Luther-Kirche und Gefängnis­seelsorger. Die Diakonie Eine Welt vereint die Bereiche des Flüchtlings­dienstes und betreibt evangelischer Schulen, Kindergärten und Horte mit knapp 1.700 Mitarbeitenden.